Wie ich eine Tour durch das Monument Valley überlebt habe

September 2010, 36 Grad, Klimaanlage, drei junge Frauen unterwegs durch das Monument Valley, während im Auto Weihnachtslieder liefen. Und Enrique Iglesias.

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Die Fahrt durch das Monument Valley, eine lebende Filmkulisse, war nicht nur abenteuerlich und spaßig, sondern auch ziemlich verrückt. In unserem gemieteten Van machten wir uns auf den Weg durch die holprige Landschaft. Während es draußen so heiß war, dass man kaum Luft bekam, froren wir im Wageninneren, dank Klimaanlage. Zugedeckt mit warmen Bettdecken, hörten wir uns Weihnachtslieder an. Warum? Das Auto ließ zwar zu, dass wir über ein USB Kabel Musik von unserem Ipod hören konnten, leider jedoch war es uns nicht möglich, Lieder auszuwählen und da ich auf meinem Ipod alles Mögliche an Musik hatte, auch Weihnachtsmusik, kam es also, dass wir auf der holprigen Fahrt durch das Monument Valley bei 36 Grad draußen mitten im September; mitten im Hochsommer, Weihnachtslieder hörten.

Das Monument Valley gilt als Synonym des Wilden Westen; es ist Schauplatz für viele Filme und Serien, unter anderem für Spiel mir das Lied vom Tod und auch Easy Rider.

Bereits aus der Ferne sieht man es, dieses unvergleichliche Panorama. Die wüstenhafte Landschaft, umgeben von diesen hellen, starken Farben sieht genauso aus, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Majestätisch ragen die Felsen in den Himmel empor und wirken regelrecht einschüchternd, wenn man davor steht. Hunderte von Metern ragen die Felsen in die Höhe; Überbleibsel jener Sandsteinschichten, die einst die ganze Region bedeckten.

Das Monument Valley gilt für die Navajo Nation als heiliger Ort. Eine der bekanntesten Steinformationen sind die „Mittens“, aber auch andere Monolithen, wie zum Beispiel „Sitting Hen“ oder „Three Sisters“ sind altbekannt. Auf dem Weg durch das Valley, das eigentlich gar kein Tal ist, trifft man immer wieder auf kleine Verkaufsstände, an denen Najavo Familien oftmals Silber- und Türkisschmuck verkaufen.

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Das Monument Valley ist eine Ebene auf dem Colorado Plateau und liegt an der südlichen Grenze des US-Bundesstaates Utah zu Arizona. Soweit das Auge reicht gibt es hier riesige Gebiete mit unberührter Natur, majestätischen Schluchten und trockenen Wüsten. Das Flachland ist holprig und staubig, die Bergwiesen einzigartig und in Kombination mit dem blauen Himmel ergibt dies ein Ausblick, wie er faszinierender nicht sein könnte.

Die Fahrt durch das Monument Valley gehört zu den Erlebnissen, die einem vor Lachen Bauchschmerzen bereiten. Mehr als einmal blieben wir auf dem unebenen Boden mit unserem unhandlichen Van stecken; beobachteten mit neidischen Blicken die anderen Touristen die lächelnd mit ihren Quads oder Jeeps an uns vorbeiheizten und sich offenbar fragten, was wir da machten. Ständig stießen wir mit dem Kopf an die Decke des Wagens, weil es so holprig war. Aus Angst, einen Platten zu bekommen, versuchten wir größeren Steinen auszuweichen, was für die anderen Touristen unglaublich lustig ausgesehen haben musste. Immerwieder hielten wir an, schossen Fotos und filmten Videos.

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Die verschiedensten Leute begegneten uns, eine Mischung aus Touristen und Einheimischen. Es war faszinierend zu sehen, wie Menschen tatsächlich dort lebten, in den vielen Reservaten, ohne fließendes Wasser; ohne all den Luxus, der aus unseren Leben schon fast nicht mehr wegzudenken ist.

Das Gefühl, das einen überkommt, wenn man mitten in diesem Tal steht, umgeben von den hohen Felsformationen, über einem der weite, blaue Himmel, ist kaum zu beschreiben. Es ist einzigartig und berauschend, wie eine Droge, die sich durch das Blut frisst und einen alles andere vergessen lässt, sogar die heiße Sonne, die ununterbrochen einen herabscheint und die blutigen Kratzer, die man sich beim Klettern über Stock und Stein zugezogen hatte.

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Niemals hätte ich mir erträumen lassen, dass ich einmal hier stehen würde – inmitten dieser riesigen Filmkulisse; auf diesem wunderschönen, paradiesischen Fleckchen Erde, das trotz der vielen Touristen so unberührt und idyllisch erscheint. Ich glaube das liegt daran, weil die Menschen mit diesem Ort sehr respektvoll umgehen; fast so, als wäre er heilig.

Es war anstrengend und nervenaufreibend und am Ende des Tages war ich so verstaubt und dreckig, wie wahrscheinlich noch nie in meinem Leben; der Sand klebte überall an meiner verschwitzten Haut, meine Haare standen vor Dreck und ich hatte schon die Befürchtung, sie abschneiden zu müssen, wenn ich den Staub jemals wieder dort raus kriegen wollte, doch all das war es Wert. Meine Haare musste ich natürlich nicht abschneiden – zum Glück – aber ich weiß noch ganz genau, dass jeder von uns mindestens eine Stunde unter der Dusche verbrachte, das kühle Wasser auf der Haut genoss und jede Pore vom Staub befreite.

Solltet ihr jemals die Gelegenheit haben, das Monument Valley zu besuchen, tut es. Nehmt euch ein Auto und macht eine Tour durch das steinige Tal; durch diese wunderschöne Wüstenlandschaft, die noch so naturbelassen ist, wie ich es niemals vermutet hätte.

Wart ihr vielleicht sogar schon einmal selbst dort? Wie habt ihr das Monument Valley erlebt?

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