12 Stunden in Mailand

Mailand, die zweitgrößte Stadt Italiens gilt als unterkühlt und so gar nicht dem italienischen Klischee entsprechend. Der Nahverkehr ist pünktlich, die Straßen sauber und die Menschen lange nicht so aufdringlich, wie in den südlicheren Teilen Italiens – und genau deshalb ist sie so originell.

Die als gefühllos verschriene Geschäftsstadt ist eine italienische Stadt, die irgendwie so gar nicht italienisch ist. Trotzdem steckt der Ort voller Geschichten, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern, man muss sie nur finden. Im Gegensatz zu anderen Städten wie zum Beispiel Florenz oder Verona wirkt Mailand sehr zurückhaltend, elegant und kühl; wirkt auf Touristen als unspektakulär; lange nicht so interessant und schön, wie es die italienischen Städte weit südlicher tun. Allerdings hat die reichste Metropole ihres Landes so viel mehr zu bieten.

Das Klima ist hier anders; weiter nördlich des Landes findet man hier im Sommer auch schon mal das ein oder andere Wölkchen am Himmel und hin und wieder weht einem ein kühles Lüftchen um die Nase – was ich als sehr wohltuend empfand, nach 9 Tagen 40 Grad im Schatten. Viele vergleichen Mailand mit der Schweiz, elegant, pünktlich, sauber, wohlhabend.

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Von ihrem Charme her und ihren Bewohnern erinnerte mich Mailand teilweise auch ein wenig an New York; es ist keine reine Touristenstadt, es ist eine Stadt, in der mehr Zugezogene als Einheimische wohnen. Menschen, auf der Suche nach ihrem Glück; auf der Suche nach ein Stückchen mehr Freiheit und einem Ort, an dem sie die Person sein können, die sie sein wollen. Auch ist diese Stadt lange nicht so von Touristen überlaufen, wie zum Beispiel Rom oder andere Städte, die die Welt mit ihren Sehenswürdigkeiten beeindrucken. Zwar hat auch Mailand einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, unter anderem den Mailänder Dom, doch ist es nicht das, weshalb die Menschen hierher kommen.

Der Mailänder Dom erleuchtet in einer wunderschönen Marmorfassade; eindrucksvoll und voller Anmut steht er inmitten des Platzes und lockt sämtliche Touristen der Stadt an. Nicht ganz so schön wie der florentischen Dom hat der Mailänder Dom seinen ganz eigenen Charme, wirkt er erhaben, majestätisch und respekteinflößend.

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Mailand sollte für uns nur ein Zwischenstopp sein; wollten wir den Weg zurück nach Deutschland mit dem Auto nicht in einer Tour zurücklegen und sahen es als die Gelegenheit, uns auch die wohl anmutigste Stadt Italiens anzusehen. Leider hatten wir nur wenige Stunden in dieser Stadt, von denen wir auch nicht alle damit verbracht haben, sie uns genau anzusehen. Unsere Füße schmerzten von den kapp 220 Kilometern, die wir in den letzten 9 Tagen zurückgelegt hatten. Unsere von der Sonne geküsste Haut brauchte eine Pause; unsere Körper sehnten sich nach einer kühleren Umgebung und unsere Lungen nach Sauerstoff. Also sahen wir uns nur den Dom an, machten einen Abstecher auf die Shoppingmeile, besuchten insbesondere ein paar Buchläden, aßen ein Eis, schlenderten durch die Straßen und machten uns dann wieder zurück ins Hotel, wo wir in einen komatösen Schlaf fielen, bis es am nächsten Morgen früh wieder nach Hause ging.

Das beste Eis der Stadt findet ihr bei Il Massimo del Gelato, ganz in der Nähe des Doms. Was eigentlich nur eine kurze Snackpause darstellen sollte, entpuppte sich später als regelrechte Geschmacksexplosion. Gefühlt an jeder Ecke entdeckt man eine andere Gelateria, vor denen sich überall Touristen tummeln auf der Suche nach dem besten Eis der Stadt. In dieser Eisdiele, die nicht nur Eis, sondern auch andere Köstlichkeiten verkauft wie Eistorten oder Ähnliches, entpuppte sich schnell zum tatsächlich besten Eis der Stadt. Zu kleinen Preisen bekommt man hier das cremigste Eis, dass ich jemals gegessen habe. 2,80 € bezahlt man für zwei Riesenkugeln Eis, entweder im Becher oder in der Waffel. Man hat nicht nur Auswahl zwischen ausgefallenen Sorten, sondern bietet diese Eisdiele auch sechs vegane Eissorten, und hier spreche ich nicht von irgendwelchem Fruchteis, nein, sondern Milcheis wie z. B. Haselnuss oder Zimt, an. Auch findet man hier Eissorten wie „Cheesecake“ oder „Mintschokolade“. Der einzige Nachteil? Das Eis verläuft bei der Hitze sehr schnell, deshalb würde ich dazu raten, das Eis in einem Becher, statt in einer Waffel zu bestellen.

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Beim nächsten Mal werde ich definitiv mehr Zeit und mehr Lust für dieses wunderschöne nicht ganz so italienische Städtchen einplanen. Zum shoppen ist Mailand jedoch optimal, Geschäfte reihen sich an Geschäfte und spucken im minutentakt mit Einkaufstüten bepackte Touristen und Einheimische aus, die sich sogleich auf den Weg in die nächste Boutique machen. Während andere ihre Zeit damit verbringen, teure Markenklamotten zu kaufen, habe ich meine Zeit lieber damit verbracht, die hübschen, eleganten und noblen Buchhandlungen zu durchstöbern, die selbst für Anti-Leseratten sehenswert sind, da es solche Buchhandlungen hierzulande nicht bzw. nur ganz selten gibt.

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