Verona – das zu Hause von Romeo & Julia

Verona, das zu Hause von Romeo und Julia (oder wie die Italiener sagen: Romeo e Giulietta), die Stadt, die nicht umsonst den Beinamen Die Stadt der Liebe trägt. William Shakespeare verlieh der Stadt einst nicht bloß eine wunderbare Geschichte, sondern zieht damit noch heute jährlich Touristen aus aller Welt an, insbesondere verliebte Pärchen, die in diese wunderbare Stadt in Venezien pilgern, um sich an dem Ort die Liebe zu schwören, wo Romeo und Julia, das wohl berühmteste Liebespaar der Welt, einst den Freitod wählten, weil ihnen ein Zusammensein anders nicht möglich war. Obwohl die Geschichte fiktiv ist, kann man dem Geist der Geschichte kaum entfliehen. Ein ganz besonderer Zauber liegt in der Luft; eine Magie, die sich durch die noch so kleinen Hintergassen zieht und jeden berührt auf der Suche nach der wahren Liebe.

Insgesamt vier Nächte verbrachten wir in einem Hotel etwas außerhalb von Verona, das nur wenige Fahrminuten mit dem Auto oder dem Bus von der Innenstadt entfernt lag. Wofür wir also das meiste Geld ausgegeben haben? Fürs Parken. Obwohl wir auf öffentliche Verkehrsmittel hätten zurückgreifen können, entschieden wir uns für das eigene Auto. Bei Temperaturen von über 40 Grad ist es einfach angenehmer, flexibel zu sein und nicht stundenlang in der prallen Sonne auf einen Bus warten zu müssen. Zum Parken kann ich hier das Parkhaus Saba Parcheggio empfehlen. Maximal zahlt man hier 17,00 € am Tag, was eines der günstigsten in der Stadt zentral gelegenen Parkhäuser ist. Auf der Piazza Cittadella ist ein Parken ebenfalls möglich. Hier läuft das ganze über eine Parkuhr und kostet 2,00 € pro Stunde; maximal kann man hier am Stück jedoch nur zwei Stunden parken. Aber Achtung, hier sollte man wirklich darauf achten, dass man auch alle zwei Stunden ein neues Parkticket zieht, was zwar nervig sein kann, aber womit man defintiv auf der sicheren Seite ist. Praktisch stündlich werden hier Strafzettel verteilt an all die Autos, ohne gültigen Parkschein.

Man kann es kaum leugnen, Verona gewiss hat seinen ganz eigenen Charme, trotzdem konnte mich ihr Charme nicht vollends in ihren Bann ziehen.

Das Haus der Julia „Casa di Giulietta“

Als großer Bücherfan und jemand, der Romeo & Julia damals nicht nur in Buchform, sondern auch in Filmform verschlungen hat, war das Haus der Julia mein erstes Ziel in dieser sagenumwobenen Stadt. Spätestens seit dem Film Briefe an Julia wusste ich, ich musste diesen Ort einmal live, echt und in Farbe erleben. Meine Erwartungen und das, was sich mir letztendlich bot, könnten jedoch nicht weiter auseinanderliegen. Erwartet hatte ich einen magischen, romantischen, geheimnisvollen Ort mit Liebesbotschaften von verzweifelten Liebenden. Was ich bekam? Eine mit Touristen überlaufene Sehenswürdigkeit, die ihren Charme offensichtlich bereits vor langer Zeit verloren hat. Auf der Jagd nach überteuerten Souvenirs oder heiß begehrten Fotos mit der Juliastatue, deren Brust zu Berühren angeblich Glück in der Liebe verspricht, bahnen sich die Touristen über den kleinen Innenhof bei dem Versuch, DAS perfekte Foto zu schießen, ihren Weg. Die meist weiblichen und dazu noch hysterischen Besucher drängeln sich durch den viel zu beengten Innenhof, dessen Wände beschmiert sind mit Namen und kleinen Liebesbotschaften. Während andere für ein paar viel zu viele Euros hoch auf den Balkon klettern und als Nachwuchs-Julia für ein Erinnerungsfoto posen, schaute ich mir lediglich den Innenhof an, rief mir die Bilder aus Film und Fernsehen ins Gedächtnis und hätte enttäuschter und angeekelter nicht sein können. Den meisten Besuchern reichte es offensichtlich nicht, die Wände mit Edding vollzuschmieren, ungefähr die Hälfte der sogenannten Liebesbotschaften, die meist gar keine richtigen Liebesbotschaften sind, sondern bloß eine Aufzählung von irgendwelchen Namen, bestehen aus Pflastern und Damenbinden (ja, kein Witz, Damenbinden!) die an die Wand geklebt und auf die irgendetwas gekritzelt wurde. Der Stamm eines Baumes, der links an der Wand steht, ist übersäht mit alten Kaugummis; vollkommen zugeklebt. Selbst die Äste haben Besucher offenbar teilweise mit Kaugummi zugekleistert. Den Sinn hiervon verstand ich nicht; mehr machte mich die Tatsache traurig, wie zerstörerisch Menschen mit der Natur umgehen oder mit Dingen, die ihnen nicht gehören. Von Romantik war hier keine Spur. Eine angemessene romantische Stimmung wollte einfach nicht aufkommen. Links und rechts wurde man angerempelt, ständig wurde einem auf den Fuß getreten, Leute kreischten und schrien, drängelten sich vor der Juliastatue herum, als gäbe es etwas umsonst und versperrten einem die Sicht auf den Balkon und das Tor mit den vielen Liebesschlössern. Meiner Meinung nach kann man das Haus der Julia in nicht mehr als einer Minute abhandeln. Die Erwartungen sollte man allerdings nicht zu hoch schrauben.

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Piazza delle Erbe

Mit Abstand der schönste Platz in ganz Verona, auf dem sich das städtische Leben abspielt. Zum Entspannen und Durchschnaufen ein perfekter Ort. Auf dem in der Mitte des Platzes befindlichen Markt, kann man nicht nur ein kleines Andenken kaufen, sondern auch einen Snack für Zwischendurch, um sich danach an einem ruhigen, schattigen Plätzen etwas auszuruhen und die Menschen zu beobachten. Besonders empfehlenswert ist hier die Eisdiele Amorino, die nicht nur das beste Eis der Stadt verkauft, sondern dazu auch noch mit Eis gefüllte Macarons.

Castel San Pietro

Jeder der Wert auf eine wunderbare Aussicht legt und eine Stadt auch schon mal ganz gerne von oben sieht, sollte auf jeden Fall die knapp 230 Steppenstufen zum Castel San Pietro hinaufsteigen. Bei 40 Grad im Schatten bringt das Treppensteigen einen natürlich nicht gerade wenig zum Schwitzen, aber erst einmal oben angekommen, macht die unglaubliche Aussicht die Bemühungen wieder wet. Unbedingt zu empfehlen ist es, in der untergehenden Sonne dort hochzusteigen und den Sonnenuntergang hoch oben über den Dächern von Verona zu genießen.

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Arena di Verona

Die Arena ist wohl nicht nur eine der bekanntesten, sondern auch eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Verona und defintiv einen Besuch Wert. Der überwältigende Anblick des alten Amphitheaters flößt einem regelrecht Respekt ein. Während man tagsüber ganz normal die Arena besichtigen kann, kann man für den Abend Karten für die Oper oder ein Konzert kaufen, was wir tatsächlich auch getan haben. An unserem letzten Abend besuchten wir die Oper AIDA. Für unter 30-jährige gibt es sogar eine Preisermäßigung, was uns sehr zu Gute kam. Die günstigsten Plätze (nicht reserviert oder nummiert) Kosten hier dann bloß 19,00 € oder 23,50 €, je nach dem in welchem Rang man bevorzugt zu sitzen. Der Klang ist der Wahnsinn, der Ausblick grandios und es ist auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung, einmal eine Oper in der Arena zu besuchen mit all den wunderschönen Bühnenbildern und den vielen Lichtern, die eine ganz magische und zauberhafte Atmosphäre schaffen und das Beste? Alles spielt sich unter freiem Himmel ab. Der Blick nach oben in den blauen immer dunkler werdenden Himmel ist sagenhaft und löste in meinem Mageninneren ein Kribbeln aus, wie ich es auch immer verspüre, wenn ich im Dunkeln durch New York streife, inmitten der Hochhäuser, meinen Kopf in den Nacken werfe und einfach nur in das weite Blau über mir schaue.

Auf der einen Seite bin ich froh, Opernkarten gekauft zu haben und einmal in den Genuss einer solch großartigen Show inmitten von Verona gekommen zu sein, allerdings hat sich auch schon innerhalb des ersten Aktes herausgestellt, dass Opern absolut nicht mein Ding sind und mich eher langweilen, anstatt mich zu begeistern.

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Palazzo Giardino Giusti

Durch eine Google Suche bin ich eher zufällig auf den Giardino Giusti bzw. Garten Giusti gestoßen, der sich über ein Grundstück erstreckt, das einst die Familie in den Anfängen des vierzehnten Jahrhunderts am Ufer der Etsch erwarb, um eine Fabrik zum Färben von Tüchern zu errichten. Der Hauptgrund weshalb ich hin wollte, war das Labyrinth, duch das man hindurchgehen kann, dass anfangs mit seinen halbhohen Hecken zwar eher entäusschend wirkte, hinterher aber doch einige Minuten Spaß bereitete. Denn auch wenn man glaubt, den Weg durch die nur halbhohen Hecken zu sehen, liegt man hiermit sichtlich falsch. 8,50 € kostet der Eintritt und hat damit Zutritt nicht nur zum Garten, sondern auch zum Palast. Der Garten allerdings ist der eigentliche Zuckerschlecken mit den wunderschönen Hecken, den Statuen und den hübschen Brunnen, in denen man sogar entweder Koi Karpfen oder Schildkröten beobachten kann. Auch hier gibt es eine wunderbare Aussichtsplattform, der man auf jeden Fall einen Besuch abstatten sollte um den wahnsinnig tollen Ausblick über den Garten genießen zu können.

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Ponte Pietra

Die Ponte Pietra ist eine alte römische Bogenbrücke aus Stein, deren Anblick, gerade in der untergehenden Sonne einfach wunderschön ist. Auch hier lohnt es sich, ein kleines Päuschen einzulegen, entweder oben auf der Brücke oder unten am Ufer. Hier kann man sich an manchen Stellen auch eine kleine Abkühlung verschaffen, in dem man durch das seichte Wasser des Flusses watet, oder sich einfach ein nettes Plätzchen sucht, um die Beine im Wasser baumeln zu lassen. Selbst wenn man nicht über die Brücke drüber laufen möchte, sollte man sich den malerischen Anblick des Bauwerks auf keinen Fall nicht entgehen lassen.

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Get Lost

Ansonsten kann ich nur empfehlen, die kleine Stadt auf eigene Faust zu Fuß zu erkunden. Die Architektur ist wunderschön, die Menschen nett und freundlich und auch hier bieten sich einige Shoppingmöglichkeiten, wenn es einem draußen in der prallen Sonne zu heiß ist. Überall stehen kleine Trinkbrunnen, an denen man sich zwischendurch erfrischen und die Trinkflasche wieder auffüllen kann, was im Hochsommer hier in Verona absolut notwendig ist.

Wir haben in Verona an zweieinhalb Tagen zu Fuß ungefähr 40 km zurückgelegt. Gerade dann, wenn man die Stadt auf eigene Faust erkundet und sich auch schon mal verläuft, findet man die wunderschönsten Plätze. Auch ein Spaziergang am Wasser entlang über die zahlreichen Brücken ist ein absolutes Muss.

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Wart ihr selbst auch schon mal in Verona? Wenn ja, wie habt ihr die Stadt empfunden? Und wenn nein, möchtet ihr bald mal hinreisen? Bei Fragen dürft ihr mich natürlich auch immer gerne anschreiben!

3 Kommentare zu „Verona – das zu Hause von Romeo & Julia

  1. Hallo!

    Wir waren letztes Jahr auch für einen Tag in Verona und ich fand es wirklich schön. Wobei ich von Julias Haus auch wirklich enttäuscht war. Es sind einfach nur ein paar leere Räume. Naja, fast leer. Ein Stuhl und ein Buch lagen aus. Zum Glück hatten wir die „Verona Card“! Mit der kommt man fast überall kostenlos oder extrem vergünstigt rein. Die Karte kostet auch nur 24 €, was man recht schnell wieder eingeholt hat, wenn man 3 oder 4 Sachen besucht. Das mit den Park-Kosten hat mich echt umgehauen. Ich hab damals 18 Euro gezahlt… für 4 Stunden! In die Arena sind wir natürlich auch gegangen und da gerade eine Probe für ein Festival war, durften wir auch ein bisschen was von der tollen Akustik mitnehmen. Wir hätte mit unseren Tickets auch gratis zum Festival können, aber dann hätten wir den ganzen Tag in Verona verbringen müssen…

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    1. Hallöchen 🙂

      Vielen Dank für dein Kommentar 🙂 Über die Verona Card hatte ich mich auch erkundigt, mich allerdings dagegen entschieden, da ich tatsächlich mehr der Typ bin, der sich lieber die Sehenswürdigkeiten von außen anschaut, als überall rein zu gehen. Nicht immer natürlich, es gibt auch Sehenswürdigkeiten, die ich unbedingt von innen sehen MUSS, so zum Beispiel die Arena, da wir aber ohnehin vor hatten, uns eine Oper anzuschauen, hatte sich das ja damit schon erledigt 🙂 Aber der Preis ist natürlich super, wenn man die Karte dann auch tatsächlich nutzt ❤

      18 € für vier Stunden ist echt heftig, wow, wo habt ihr denn da geparkt? Für 24 Stunden 18 Euro zu bezahlen fand ich okay, ich glaube das ist in Deutschland in den Parkhäusern nicht viel weniger oder? Ich bin mir gerade nicht sicher – jedenfalls wusste ich bei dem Parkhaus, dass es dort sicherer steht, als irgendwo an der Straße und wir mussten nicht alle zwei Stunden zurücklaufen und das Parkticket zu erneuern, das war natürlich auch von Vorteil. Und da wir ohnehin von morgens bis abends durchgehend in der Stadt waren, war das für mich okay, die 18 € zu bezahlen 🙂

      An sich ist Verona eine wirklich tolle Stadt, allerdings keine, die ich jetzt unbedingt noch ein zweites Mal besuchen müsste. Falls doch, dann eindeutig irgendwann im Herbst, wenn weniger los ist und das Wetter nicht ganz so heiß!

      Gefällt 1 Person

      1. Ich denke, die Karte ist wirklich praktisch, wenn man sich zum Beispiel Museen anschaut. Das Parkhaus war eigentlich sogar recht mittig und ich denke, dass es eigeltich auch ein Tagesticket war, aber das habe ich erst im Nachhinein festgestellt xD.

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