Gardasee – Geheimtipp oder Touristenhochburg?

Abschalten. Ausspannen. Einfach die Gedanken ausschalten. Für manche eine Königsdisziplin, auch für mich. Zu Hause kommt man selten zur Ruhe und selbst wenn, schwirren die Gedanken wie wilde Glühwürmchen durch den Kopf; huschen von einer Ecke zur anderen und ständig driftet man ab, in das Gestern, in das was war oder in das Morgen und das, was sein wird. Die Gedanken stehen nie still, wirbeln umher wie ein Karussell.

Wir entschieden uns dazu, während unseres Italien Roadtrips auch einen Abstecher zum Gardasee zu machen. Weder mein Freund, noch ich waren schon mal dort und da auf unsere Route lediglich Städte standen, war es schön, bei 40 ° C dann doch einen Tag mal am Wasser zu liegen und sich eine Abkühlung zu verschaffen. Während unseres Aufenthalts in Verona, das mit dem Auto gerade einmal knapp eine halbe Stunde vom Gardasee entfernt liegt (Google Maps sagt übrigens eineinhalb Stunden, was nicht wirklich der Wahrheit entspricht), lag es nahe, dass wir auch dort einen kurzen Stopp einlegen und uns zumindest für ein paar Stunden dort die Gegend etwas anschauen würden.

Processed with VSCO with c7 presetUm es höflich zu formulieren: Largo di Garda ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Gerade Bewohner des deutschen Alpenlandes entscheiden sich wohl recht häufig dazu, einen Wochenendtrip zum Gardasee zu machen. Deutsche Touristen wohin das Auge reicht. Im August herrscht hier Hochbetrieb. Paare, Familien, Freunde – offensichtlich alle planen ihren Urlaub im Hochsommer, dabei kann man den Trubel und das Verkehrschaos ganz einfach umgehen, indem man seinen Urlaub auf den Frühling oder Spätsommer/Herbst verlegt. Das wirkt sich nicht nur auf den Geldbeutel aus, sondern vor allen Dingen auch auf das Gemüt. Der Stress wird weniger, die Laune besser, das Bankkonto entspannt sich, weil die Preise niedriger sind und das Wetter noch fast genauso gut, vielleicht keine 40 ° C mehr im Schatten, doch wer braucht schon solch eine Wahnsinnshitze bei der man das Gefühl hat, die Haut würde verbrennen? Denn die Sonne ist hier anders; ganz anders als die in die Deutschland, stärker, intensiver, wärmer. Das A und O? Genug Wasser trinken und jede Menge Sonnencreme, am besten Lichtschutzfaktor 50, mit nehmen.

Während man sich im Süden des Gardasees wie in der Toskana fühlt, kommt man sich im Norden fast so vor, als hätte man einen Kurzurlaub in den Alpen gebucht. An Freizeitaktivitäten hat man rund um den Gardasee herum die Qual der Wahl. Was soll es sein? Eine wilde Jetzkifahrt über das kühle Nass, eine Runde Flyboard, was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt? Oder doch lieber Kitesurfen und eine Runde auf dem Motorboot fahren? Auch Angler finden hier immer ein gemütliches Plätzchen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen und Wanderer, Nordic Walker, Kletterer und Radfahrer kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Wie man sieht, gibt es von allem zu viel und von nichts zu wenig. Auf der Suche nach einem ruhigen, fast schon unentdeckten Plätzchen sind wir daher nicht fündig geworden. Leider.Processed with VSCO with c7 presetEs ist Mitte August, Hochsommer, das Gedränge der Menschen war unmöglich, der Verkehr haareraufend und doch haben wir es tatsächlich geschafft, in Garda selbst, einer Touristenhochburg, ein kleines Plätzchen am Strand zu finden, wo es nicht ganz so voll war. Nach drei Stunden hatten wir es aufgegeben, wahllos durch die Gegend zu laufen und zu fahren auf der Suche nach einem hübschen Sandstrand, der im Internet oftmals versprochen und angepriesen wurde. Gefunden haben wir tatsächlich einen, in Lazise, etwas weiter südlich des Gardasees. Als richtig schön hätte ich dieses Fleckchen Erde allerdings nicht bezeichnet. Am Rande des Campingplatz liegt hier zwar einer der breitesten Strandabschnitte, tatsächlich handelt es sich hierbei auch um einen Sandstrand, doch das Wasser steht voll mit Booten, Jetziks und weiteren gefühlt hundert Wassersportgeräten, was nicht nur die Aussicht auf den wunderschönen See zerstört, sondern auch nicht gerade zum Entspannen verhilft.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Lazise also, machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Garda, wo wir ein paar Stunden im Wasser verbrachten. Das Wasser war angenehm, sauber und die richtige Abkühlung für einen solchen heißen Tag. Leider gibt es hier nur Kiesstrände, was schmerzhaft sein kann, besonders für die Füße. Auch im Wasser, zumindest wenn man nicht zu weit rausschwimmen möchte, besteht Verletzungsgefahr, wenn man nicht vorsichtig ist. Processed with VSCO with c7 presetProcessed with VSCO with c7 presetEin nettes Restaurant gesucht, haben wir uns dort nicht. Bereits vorab hatten wir uns sagen lassen, dass man an den wunderschönen Restaurants direkt am Wasser gelegen, wunderbar sitzt mit dieser wahnsinns Aussicht auf den See, man allerdings eine Menge Geld los ist, wenn man vor hat, dort zu essen. Stattdessen haben wir einen langen Spaziergang den See entlang und durch die kleinen gemütlichen Gassen der wunderhübschen Orte zurückgelegt und uns ein Eis gegönnt. Trotz der vielen Touristen, der kleinen Verkaufsstände und Touristenshops sind die Ortschaften und Landschaften wunderschön und der reinste Genuss fürs Auge.

Im Endeffekt haben wir es tatsächlich ein wenig bereut, nicht auch ein Hotel am Gardasee gemietet zu haben, doch im Endeffekt hat uns auch der Tagesausflug dorthin gereicht. Processed with VSCO with c7 presetAls Geheimtipp würde ich den Gardasee schon lange nicht mehr bezeichnen, als sehenswert jedoch allemal, besonders wenn man noch nie in den Genuss des italienischen Largo di Garda gekommen ist. Ob ich noch mal herkommen würde? Vielleicht, aber dann definitiv mit Hotel in den Bergen und das nicht unbedingt im Hochsommer, wo die Aussicht toll und alles ein bisschen ruhiger ist.Processed with VSCO with c7 preset

Wart ihr schon mal am Gardasee? Wenn ja, wie hat euch der Aufenthalt dort gefallen?

 

 

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